Wenn Sie elektronische Geräte kaufen, finden Sie in den Bedienungsanleitungen oft verschiedene Bewertungen. Diese Bewertungen zeigen, wie gut das Gerät gegen verschiedene Gefahren geschützt ist. IP65 und IP68 sind zwei der am häufigsten verwendeten und meistdiskutierten Normen. Der Unterschied zwischen ihnen ist jedoch nicht immer klar. Es stellt sich also die Frage: Was ist der Unterschied zwischen den Wasser- und Staubschutztests IP68 und IP65?
Auf den ersten Blick mögen diese Bewertungen verwirrend oder sehr technisch erscheinen. Viele Menschen denken, dass diese Begriffe einfach "wasserdicht" bedeuten. Das ist jedoch ein Irrtum. Wenn Sie mit diesen Begriffen nicht vertraut sind und nicht wissen, wie sie sich unterscheiden, keine Sorge! In diesem Leitfaden vergleiche ich IP68 und IP65 Kopf an Kopf und helfe Ihnen, sie zu verstehen. Fangen wir also an.
Was ist eine IP-Bewertung?
Das Wichtigste zuerst: IP steht für Ingress Protection. "Ingress" bedeutet einfach "Eindringen". Die IP-Einstufung gibt also an, wie gut ein Produkt gegen das Eindringen von festen Gegenständen (wie Staub) und Flüssigkeiten (wie Wasser) geschützt ist. Dieses Bewertungssystem wird von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) festgelegt. Dieses System ist eine internationale Norm und wird weltweit verwendet.
Denken Sie daran, dass die IP-Einstufung immer aus zwei Zahlen besteht. Jede dieser Zahlen hat eine bestimmte Bedeutung. Welche? Die erste Ziffer gibt an, wie gut das Produkt gegen feste Gegenstände geschützt ist. Bei diesen Gegenständen kann es sich um Staubpartikel, Sand, Schmutz oder andere äußere Einflüsse handeln. Die Skala für diese Bewertungen reicht von 0 bis 6. Nehmen wir an, ein elektronisches Gerät hat eine IP-Bewertung von 0.
Das bedeutet, dass es nicht staubgeschützt ist. Wenn es jedoch einen IP-Schutzgrad von 6 hat, bedeutet dies, dass es vollständig gegen Staubpartikel geschützt ist. Kurz gesagt, je höher die Zahl, desto besser ist der Staubschutz. Die zweite Zahl gibt an, wie gut das Produkt gegen Wasser geschützt ist. Hier reicht die IP-Skala von 0 bis 9.
Diese Zahl gibt an, wie viel Wasser das Produkt aushalten kann. Zum Beispiel, ob es nur Spritzwasser, Regen oder Strahlwasser verträgt oder ob es vollständig untergetaucht werden kann. Je höher die zweite Zahl ist, desto besser ist das Produkt gegen Wasser geschützt.
Übersicht über IP 68 und IP 65
Nachdem Sie nun die Grundlagen von IP verstanden haben, wollen wir uns die Bedeutung von IP 68 und IP 65 ansehen. Betrachten wir zunächst IP 65. Bei dieser Einstufung ist die erste Ziffer 6, was bedeutet, dass das Produkt vollständig staubdicht ist. Das bedeutet, dass kein Staub in das Gerät eindringen kann. Bei IP 65 ist die zweite Ziffer (die die Wasserdichtigkeit angibt) jedoch niedriger. Das bedeutet, dass das Gerät mit dieser Einstufung nicht vollständig gegen Wasser geschützt ist.
Sie ist nur gegen Niederdruckwasserstrahlen geschützt. Wenn wir nun die zweite Einstufung mit IP 68 diskutieren, werden Sie einen deutlichen Unterschied feststellen. Auch hier ist die erste Ziffer 6, was bedeutet, dass das Produkt vollständig staubdicht ist. Die zweite Zahl ist 8, die zweithöchste auf der Wasserdichtigkeitsskala (knapp unter 9). Das bedeutet, dass das Produkt mit einer IP68-Einstufung sehr gut gegen Wasser und Staub geschützt ist.
IP68 VS IP65: Hauptunterschiede
Haben Sie nun ein vollständiges Verständnis der IP-Schutzarten und der Logik, die hinter diesen Zahlen steckt, gewonnen? Lassen Sie uns eintauchen und die Hauptunterschiede zwischen IP 65 und IP 68 erkunden. Diese Unterschiede werden Ihnen helfen, das zuverlässigste Produkt für Ihre Bedürfnisse auszuwählen.
1- Prüfverfahren und -bedingungen
Der erste Unterschied liegt in der Art und Weise, wie IP65- und IP68-Produkte geprüft werden, und in den angewandten Bedingungen. Auf den ersten Blick scheint es, dass beide Schutzarten ähnlich getestet werden. Es gibt jedoch einen großen Unterschied. Produkte mit der Schutzart IP65 werden zum Beispiel zunächst in einer Staubkammer getestet. In dieser Kammer werden winzige Staubpartikel auf das Produkt geblasen.
Dieser Vorgang dauert viele Stunden. Danach wird geprüft, ob das Produkt tatsächlich staubresistent ist. Danach kommt der Wassertest. Bei diesem Test wird mit einer Düse Wasser auf das Produkt gesprüht. Das Wasser wird in verschiedenen Winkeln und Richtungen auf das Produkt gesprüht. Am Ende wird geprüft, ob kein schädliches Wasser in die inneren Teile eindringt.
Bei der Schutzart IP 68 ist das Prüfverfahren hingegen anders. Wie bei IP65 wird das Produkt zunächst in einer Staubkammer auf seine Staubdichtigkeit geprüft. Die Experten stellen sicher, dass kein Staub in das Produkt eindringt. Der größte Unterschied liegt in der Wasserprüfung.
Dabei wird das IP 68-Gerät vollständig in die Wasserkammer getaucht. Es wird in einen Wassertank mit einer Tiefe von mindestens 1 Meter getaucht. Mit zunehmender Tiefe nimmt auch der Druck auf das Produkt zu. Nach einigen Stunden wird das Produkt aus dem Wassertank genommen und überprüft, ob kein Wasser aus dem Inneren ausgetreten ist.
2- Eignung für Unterwassereinsatz
Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen IP 65- und IP 68-Produkten ist ihre Eignung für den Einsatz unter Wasser. Wenn wir über IP-65-Produkte sprechen, sind sie nicht für tiefes Wasser geeignet. Und warum? Wie bereits erwähnt, ist die zweite Zahl (5) auf der IP-Skala niedriger und gibt die Wasserdichtigkeit an. Das bedeutet, dass beim Eintauchen solcher Produkte in tiefes Wasser die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass Wasser ins Innere eindringt und Fehlfunktionen verursacht.
Diese Produkte können jedoch immer noch mit Wasser von außen umgehen, z. B. mit Regen, Spritzwasser oder leichter Wäsche. IP 68-Produkte hingegen sind speziell für den Einsatz unter Wasser konzipiert. Wie Sie sehen können, ist die zweite Ziffer in dieser Bewertung (8) höher, was die Wasserdichtigkeit bestimmt. Während des Tests blieb das Produkt 1 Meter tief unter Wasser. Das zeigt, dass das Gerät eine kontinuierliche Wassereinwirkung ohne innere Schäden überstehen kann.
3- Widerstandsfähigkeit gegen Wasserdruck
Die Wasserdruckfestigkeit ist ein Maß dafür, wie gut ein Produkt der Kraft des Wassers standhält. Denken Sie daran, dass diese Kraft zunimmt, wenn sich das Wasser schnell bewegt oder wenn ein Produkt tiefer unter Wasser platziert wird. Produkte mit der Schutzart IP 65 und IP 68 unterscheiden sich in dieser Hinsicht. Produkte mit der Schutzart IP 65 können beispielsweise einem geringen bis mittleren Wasserdruck standhalten.
Wie bereits erwähnt, wird das Wasser auf diese Produkte gesprüht, um ihre Wasserdichtigkeit zu testen. Der Druck dieses Wassersprühens ist jedoch niedriger und wird auf ein sicheres Niveau kontrolliert. Außerdem wird das Wasser jeweils aus einer bestimmten Richtung gesprüht. Das bedeutet, dass die Dichtungen von Produkten mit der Schutzart IP 65 so beschaffen sind, dass sie das auf die Oberfläche auftreffende Wasser abhalten und nicht von allen Seiten.
Diese Produkte können bei hohem Druck nicht gut funktionieren. Umgekehrt halten Produkte mit der Schutzart IP 68 einem viel höheren Wasserdruck stand. Und warum? Weil sie speziell unter Wasser getestet werden. Wie Sie wissen, steigt unter Wasser der Wasserdruck. Daher sind IP68-Produkte so konzipiert, dass sie einem höheren Druck besser standhalten.
4- Schutz gegen Staub und Partikel
Dieser Unterschied bestimmt eindeutig, wie gut die einzelnen Produkte festen, winzigen Partikeln widerstehen. In dieser Hinsicht sind sowohl Produkte mit der Schutzart IP 65 als auch Produkte mit der Schutzart IP 68 klar im Vorteil. Und warum? Die erste Ziffer "6" in IP65 bedeutet, dass das Produkt vollständig staubdicht ist. Während des Tests ist es in einer Kammer untergebracht wo ständig Staubpartikel geblasen werden.
Nach der Prüfung wird das Produkt geöffnet und untersucht. Wenn im Inneren Staub gefunden wird, besteht das Produkt den Test nicht. Wie Sie sehen, halten IP65-Produkte strengen Staubtests stand, so dass sie auch unter realen, staubigen Bedingungen wirksam bleiben. Auch bei IP68-Produkten ist die erste Zahl die gleiche (6). Diese Produkte werden also unter den gleichen Bedingungen getestet und widerstehen Staubpartikeln genauso wie IP65.
5- Zuverlässigkeit in rauen Umgebungen
Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen IP 65 und IP 68 besteht darin, wie sie unter sehr rauen Außenbedingungen funktionieren. Produkte mit der Schutzart IP65 können beispielsweise Staub und mäßiger Wassereinwirkung standhalten. Sie können mit allen Arten von winzigen festen Partikeln umgehen, ohne auszufallen. In Hochdruckwasser oder unter Wasser hält IP65 jedoch möglicherweise nicht stand.
Dies liegt an ihrem Prüfverfahren und der niedrigeren zweiten Zahl auf der IP-Skala. Umgekehrt können IP 68-Produkte rauen Umgebungen aller Art standhalten. Wie IP 65 sind sie vollständig staubgeschützt. Gleichzeitig können diese Produkte auch mit tiefem Wasser und hohem Druck umgehen. Der Grund dafür ist, dass IP68-Produkte rigoros auf ihre Wasserbeständigkeit getestet werden. Sie werden tief in Wasser getaucht, um die kontinuierliche Wassereinwirkung und den Druck zu prüfen.
6- Allgemeine Anwendungen und Einsatzbereiche
Wie Sie sehen können, gibt es mehrere Unterschiede zwischen Produkten mit der Schutzart IP 65 und IP 68. Deshalb ist auch die Verwendbarkeit der beiden Schutzarten unterschiedlich. Betrachten wir zunächst die Verwendungszwecke von IP 65, so ist sie zu finden in
- Außenbeleuchtung an Orten, an denen es nicht viel Wasser gibt.
- CCTV-Kameras, die sich ständig in staubiger Umgebung befinden.
- Elektrische Gehäuse zum Schutz gegen Spritzwasser und Staub.
- Bau- und Industrieausrüstung.
Auf der anderen Seite sind Produkte mit der Schutzart IP 68 sehr beliebt für anspruchsvolle Bedingungen. Zum Beispiel können Sie IP 68 in:
- Smartphones und Smartwatches sind absolut staub- und wasserdicht.
- Unterwasserkameras und Sensoren, die ständig unter Wasser bleiben.
- Schiffsausrüstung, z. B. Geräte auf Booten, Schiffen oder in Küstengebieten.
- Pool- oder Springbrunnenbeleuchtung, um sie vor Wasserschäden zu schützen.
8- Kosten und Produktpreisgestaltung
Und schließlich unterscheiden sich die Schutzarten IP 68 und IP 65 auch in den Kosten. Produkte mit der Schutzart IP65 sind in der Regel erschwinglicher als IP68-Geräte. Und warum? Weil IP 65 nur Schutz gegen Staub und leichtes Spritzwasser erfordert. Daher benötigen diese Produkte einfachere Dichtungen und Gehäuse. Solche Gehäuse und Dichtungen lassen sich leicht herstellen und sind daher preiswerter. Ein weiterer Grund für ihre Erschwinglichkeit ist, dass die IP65-Tests weniger intensiv sind.
Die Hersteller müssen nicht auf tiefes Wasser oder hohen Wasserdruck testen. Das senkt die Prüfkosten. Auf der anderen Seite muss IP 68 in zweierlei Hinsicht perfekt sein. So müssen Produkte mit der Schutzart IP68 einem Eintauchen bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern und einem hohen Wasserdruck standhalten. Daher müssen die Gehäuse und Dichtungen speziell entwickelt werden, was ihre Herstellung kostspielig macht. Außerdem ist das IP68-Testverfahren sehr langwierig und aggressiv. Es erfordert Wassertanks und andere kontrollierte Aufbauten für die Prüfungwas die Kosten weiter erhöht.
Häufig gestellte Fragen
Ist IP68 immer besser als IP65?
Nein! IP68 ist nicht immer besser als IP65. Beide Schutzarten haben ihre eigenen Stärken. Die bessere Wahl hängt also immer davon ab, wie und wo Sie das Produkt verwenden wollen.
Können IP68-Geräte versehentliche Stürze ins Wasser überstehen?
IP68-Geräte können versehentliches Eintauchen in Wasser überstehen. Sie sind vollständig versiegelt und für das Untertauchen getestet. Aber denken Sie daran, dass die Tiefe und die Zeit unter Wasser eine große Rolle spielen. Wenn Sie über das sichere Maß hinausgehen, würde das zu Schäden führen.
Kann die IP-Einstufung mit der Zeit abnehmen?
Ja, die IP-Bewertung kann mit der Zeit abnehmen. Der Grund dafür ist, dass sich Dichtungen und Schutzschichten bei regelmäßigem Gebrauch, Kratzern oder physischen Schäden abnutzen können. So können Dinge wie Wasserdruck und sogar winzige Partikel den Schutz beschädigen.
Schlussfolgerung: Welches soll ich wählen?
Die beiden Schutzarten IP 65 und IP 68 haben ihre eigenen Spezifikationen. Die Wahl zwischen diesen beiden Schutzarten hängt davon ab, wo Sie die Produkte einsetzen wollen. Produkte mit der Schutzart IP 65 sind beispielsweise am besten und günstigsten für staubige Umgebungen geeignet. Diese Produkte werden in einer speziellen Kammer kontinuierlich gegen winzige feste Partikel getestet. Für den Einsatz unter Wasser sind IP65-Produkte jedoch möglicherweise nicht geeignet.
Wenn Ihr Produkt in alltäglichen Außenumgebungen verwendet wird, ist die Schutzart IP65 ausreichend. Wenn Ihr Produkt jedoch häufig mit Wasser in Berührung kommt, ist die Schutzart IP68 die beste. Denn IP68-Geräte halten vollständiges Eintauchen in Wasser und hohen Druck aus. Außerdem bieten IP68-Produkte einen angemessenen Staubschutz. Bevor Sie jedoch eine endgültige Entscheidung treffen, empfehle ich Ihnen, Ihr Budget zu berücksichtigen und zu überlegen, wie lange Ihr Produkt halten soll.


